Weltmeisterschaft 2011: Silbermedaille für Robert Stanjek und Frithjof Kleen

Olympiaqualifikation bei der WM 2011 in Perth entschieden

Robert Stanjek / Frithjof Kleen
Robert Stanjek / Frithjof Kleen

Bei der Weltmeisterschaft der olympischen Bootsklassen 2011 in Perth (Australien) beeindruckten Robert Stanjek und Frithjof Kleen in einem hochkarätig besetzten Feld — 27 Mannschaften aus den Top-30 der aktuellen Weltrangliste waren am Start — in allen zehn Flottenwettfahrten mit konstant guten Platzierungen. Das abschließende Medaillenrennen beendeten sie als Dritte, was ihnen am Ende Gesamtrang zwei und den Titel des Vizeweltmeisters bescherte.

Den Weltmeistertitel sicherten sich bereits zum zweiten Mal nach 2007 die Brasilianer Robert Scheidt und Bruno Prada. Nachdem die bis dahin führenden Briten Ian Percy und Andrew Simpson nach der 5. Wettfahrt wegen Rückenproblemen von Ian Percy aufgeben mussten, setzten sich Scheidt/Prada an die Spitze des Feldes und siegten unangefochten.

Es waren vier deutsche Starboot-Mannschaften zur WM nach Australien gereist, die alle noch gute Chancen auf eine Olympiateilnahme hatten. Robert Stanjek und Frithjof Kleen, die erst seit einem Jahr wieder gemeinsam in einem Boot sitzen, gewannen mit dem zweiten Platz souverän die interne Olympiaausscheidung des Deutschen Segler-Verbandes (DSV) und sicherten für Deutschland einen von 16 Starboot-Startplätzen bei den Olympischen Sommerspielen in London 2012. Die drei anderen Teams konnten zwar in einigen Wettfahrten zeigen, dass sie zur Weltspitze gehören, segelten jedoch nicht konstant genug, um am Ende ganz vorne mit dabei zu sein.

Platz Mannschaft Punkte
1 Robert Stanjek / Frithjof Kleen 46
2 Johannes Polgar / Markus Koy 28
3 Alexander Schlonski / Matthias Bohn 20
4 Johannes Babendererde / Timo Jacobs 19

 

Johannes Polgar / Markus Koy © Fried Elliot 2011
© Fried Elliot 2011

Für Johannes Polgar und Markus Koy begann die Serie am ersten Tag unglücklich im ersten Lauf mit einem Platz im Mittelfeld und in der zweiten Wettfahrt mit einer Protestsituation an der Luvtonne, die sie weit zurück warf. An den folgenden Tagen konnten sie sich deutlich steigern, qualifizierten sich für das Medaillenrennen, beendeten dieses als vierte und belegten im Schlussklassement einen ausgezeichneten achten Rang.

Johannes Babendererde und Timo Jacobs begannen die Serie sehr gut und lagen nach der Hälfte der Wettfahrten auf Platz sieben. Um ihre Chancen auf die Olympiaqualifikation gegen die besser platzierten Berliner Stanjek/Kleen zu wahren, mussten sie in den folgenden Läufen ein höheres Risiko eingehen. Diese Taktik zahlte sich nicht aus. Mit einem Frühstart im achten Rennen beendeten sie die WM auf einem guten 15. Platz.

Alexander Schlonski / Matthias Bohn, © Richard Langdon / Perth 2011
© Richard Langdon / Perth 2011

Alexander Schlonski und Matthias Bohn fanden während der gesamten WM nicht zu ihrer gewohnten Form. Lediglich am vierten Wettfahrttag zeigen sie was in ihnen steckt und beendeten die Wettfahrten mit den Plätzen sechs und fünf. Nach einem weiteren Top-Ten-Ergebnis im letzten Flottenrennen landeten sie am Ende auf Platz 19.

Mit zwei Booten unter den Top-10 und vier unter den Top-20 war die deutsche Starbootflotte bei den Kielbooten die beste Nationen und die erfolgreichste Disziplin des Deutschen Segler-Verbandes bei den gemeinsamen Weltmeisterschaften aller Olympischen Bootsklassen. Mit ihrer Silbermedaille bescherten das Duo aus Berlin der DSV-Flotte das erste WM-Edelmetall seit 2008.

Positiv auch, dass die vier Teams während der gesamten Ausscheidungsserie sowie bei der abschließenden WM in Perth respektvoll und fair miteinander umgegangen sind und die Qualifikation sportlich auf der Regattabahn entschieden wurde.

Bei der augenblicklichen Leistungsdichte im Starboot wird es für Robert Stanjek und Frithjof Kleen sehr, sehr schwer werden, ihren bei dieser Weltmeisterschaft erzielten Erfolg nochmals bei den Spielen in Weymouth zu wiederholen und auch dort eine Medaille zu erringen. Sie haben aber bewiesen, dass sie zur absoluten Weltspitze gehören und es schaffen können. Wir wünschen ihnen viel Glück und drücken die Daumen.

Bei den olympischen Segelwettbewerben darf nur ein Boot pro Land in jeder Disziplin teilnehmen. Bei der Weltmeisterschaft in Perth wurden in jeder Klasse jeweil 75% der Nationenplätze vergeben. In der Starbootklasse haben sich bisher die folgenden elf Länder qualifiziert:

  1. Brasilien
  2. Deutschland
  3. USA
  4. Polen
  5. Schweden
  6. Norwegen
  7. Frankreich
  8. Kanada
  9. Irland
  10. Portugal
  11. Schweiz

Als Gastgeberland hat Großbritannien einen Startplatz sicher. Die restlichen vier Nationenplätze werden bei der Weltmeisterschaft im Mai in Hyères (Frankreich) vergeben.

Weblinks:

Veranstaltungsseite Perth 2011 ISAF WM: www.perth2011.com

Ergebnisse Starboot WM 2011: www.perth2011.com/...

Bilder von Fried Elliot: photos.friedbits.com/2011starworldchampionship

Bilder von Oceanimages: www.perth2011.com/galleries/star/

Tageszusammenfassung (Video) 17.12.2011: www.youtube.com/watch?v=xlywA6cg0aE

Interview mit Robert Stanjek und Frithjof Kleen: www.youtube.com/watch?v=oT0bGPgEUNg

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